Beschreibung

HEMA

Historical European Martial Arts
HEMA ist die internationale Bezeichnung für eine Kampfkunst, die ihre Wurzeln am europäischen Kontinent hat. Im deutschsprachigen Raum werden auch die Bezeichnungen „Historische Europäische Kampfkunst“ oder „Historisches Fechten“ verwendet.

Europa verfügt, ähnlich dem Fernen Osten, über eine überlieferte, Jahrhunderte überdauernde Kampfkunst-Tradition. Während sozialen Umbrüchen und dem technischen Fortschritt geschuldet, Teile davon, wie der Kampf mit dem Langen Schwert, Schwert und Buckler oder Langen Messer, in Vergessenheit gerieten, erfreute sich die europäische Kampfkunst an sich ununterbrochener Beliebtheit, wie Rapier und Säbel zeigen, welche auch im modernen Sportfechten zu finden sind.

Heutzutage lassen viele Menschen verteilt über die ganze Welt diese Tradition in regelmäßigen Trainings, Wettkämpfen und im Wissensaustausch, auf Events, Seminaren und Workshops wieder aufleben - Die HEMA Gemeinschaft.

Wie kämpferische Auseinandersetzungen im Detail aussehen konnten, berichtet uns eine überschaubare Anzahl erhaltener Kampfkunst-Anleitungen, die sog. ‚Fechtbücher’. Sie lehr(t)en nicht das rohe Dreinschlagen, sondern raffinierte Techniken für den bewaffneten und unbewaffneten Kampf. Hierbei wird meist der Umgang mit den jeweils für die Epoche üblichen Waffengattungen beschrieben. HEMA beschäftigt sich von antiken Gladiatorenkämpfen, dem mittelalterlichen Fechten mit dem Langen Schwert, der Halben Stange, dem Dolch bis hin zum neuzeitlichen Rapier- und Säbelfechten. Der Umfang der verschiedenen Themenbereiche ist vielfältig und beinhaltet auch viele ausgefallene Kampfanleitungen, wie z.B. Fechten mit dem Dreschflegel oder Selbstverteidigung mit dem Fahrrad.

Oft wird HEMA mit Schaukampfgruppen in Verbindung gebracht. Auch wenn ein nicht unerheblicher Teil der heutigen HEMA-Szene aus dem Schaukampf kommt und sich daraus entwickelt hat, gibt es große Unterschiede – dem Schaukampf geht es um eine gute Präsentation mithilfe einer Choreografie aus mehr oder weniger historischen Techniken, oft mit Theaterelementen, in historischer Gewandung. HEMA hingegen geht es um ein praktisches Kampf- und Technikverständnis und dem spielerischen Kräftemessen im Sportkontext mit moderner Schutzausrüstung. Hier zeigen sich die Parallelen zum Sportfechten, welches neben demselben historischen Kampfkulturerbe, auch ähnliche Ausrüstung und Trainingsmethoden verwendet. Auch weisen beide eine ähnlich geringe Verletzungsquote auf (ganz im Gegensatz zu den Ballsportarten). Die Unterschiede zum Sportfechten treten im kompetitiven Bereich auf, wo HEMA auf Bahnen und Elektrische Trefferanzeige verzichtet. Während das moderne Sportfechten den ersten Treffer wertet, fordert HEMA das Setzen eines Treffers ohne getroffen zu werden.

Die HEMA Gemeinschaft weist eine breite Meinungs- und Interessenvielfalt auf, wenn es um die Frage geht, ob HEMA eine Kampfkunst oder ein Kampfsport ist. Manche suchen nach dem perfekten Gefecht und Treffer, immer um das Verständnis des Kampfes bemüht, andere verfolgen die effektiven Strategien und feilen an einem kleinen, aber feinen Technikrepertoire um auf internationaler Bühne öftest möglich den Turniersieg zu erringen.

Ob sie HEMA als Kampfkunst, Kampfsport oder Mischform betreiben, können sich nur die einzelnen Vereine, Trainerinnen und Trainer und Trainierenden selbst beantworten, doch bringt diese Vielfalt mit sich, dass HEMA auf unterschiedlichen Wegen viele verschiedene Menschen, ob alt oder jung, auf der Suche nach Herausforderung oder Bewegung, glücklich macht.

Kontakt
Adresse

Kirchenplatz 2, 2100 Korneuburg, Österreich

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